Über mich

Pferdewirtschaftsmeisterin Christiane Seelig

In Hamburg geboren und im hannoverschen Zuchtgebiet im Landkreis Lüchow-Dannenberg aufgewachsen, saß ich im Alter von vier Jahren das erste Mal auf einem Pferd. Die Begeisterung und Liebe zum Pferd hat mich bis heute nicht losgelassen.

Nach dem Abitur begann meine Berufsreiterkarriere mit einer Lehre in der Reit- und Fahrschule Dannenberg.

Nach meiner Ausbildung zur Pferdewirtin begann ich als Auktionsreiterin in Verden. Dort ritt ich täglich ganz unterschiedliche junge Pferde. In dieser Zeit stellte ich erstmals ein Reitpony beim Bundeschampionat vor und gewann überraschend Silber.

Meisterprüfung und erste Erfolge bis zur Klasse S

Einen wichtigen Impuls für meine weitere Entwicklung gab eine Lehrgangsserie, die ich gemeinsam mit meinem damaligen Lebenspartner Vincent Herngreen für den Deutschen Reiter- und Fahrerverband entwickelte. Die Themen orientierten sich an der Skala der Ausbildung und grundlegenden Fragen der Pferdeausbildung

Die klassische Reitlehre

Dabei setzten wir uns eingehend mit der Theorie der klassischen deutschen Reitlehre auseinander. Wir lasen, diskutierten und übertrugen das Erarbeitete auf unsere tägliche Arbeit. Was wir in der Theorie gelesen hatten, probierten wir im Sattel aus und beobachteten, was sich dadurch veränderte.
Der fachliche Austausch war dabei besonders wertvoll. Wir schauten gegenseitig auf unsere Berittpferde, diskutierten über Ausbildung und Hilfengebung und hinterfragten immer wieder, was wir taten und welche Wirkung es hatte.

Was mich meine Pferde gelehrt haben

Geduld.

Mein erstes eigenes Pferd Auryn war ein temperamentvoller Trakehner, der mich immer wieder an meine reiterlichen Grenzen brachte. Selbst als Pferdewirtschaftsmeisterin zeigte er mir sehr deutlich, wie viel ich noch nicht wusste. An ihm und mit ihm bin ich gewachsen. Er war fünf als ich ihn kaufte und er hat mich 25 Jahre begleitet, bis fast zum Ende meiner aktiven Zeit als Berufsreiterin.

Es gab aber auch viele weitere Pferde und Ponys, die mich auf eine andere Art weiterbrachten – nicht nur die Championatsponys.

Erstes Gold mit Valentino (2011)

Ich kaufte ihn als nicht gekörten Reitponyhengst, ließ ihn kastrieren und bildete ihn aus. Dreijährig war er noch nicht weit genug für das Bundeschampionat. Also ging er nach dem Anreiten nochmal auf die Weide. Ein Jahr später gewann er nach einem spannenden Finale mit Höchstnoten für die Rittigkeit den Titel. Darauf war ich sehr stolz.

In dem Jahr kaufte ich seine Schwester hat bei mir insgesamt 10 Fohlen zur Welt brachte.

Bronze (2013) und Silber (2024) mit Coppery Crack

Mit dem nächsten Pony gewann ich dreijährig Bronze und vierjährig Silber. Eigentlich zwei große Erfolge. Trotzdem wurde gerade die Silbermedaille für mich zum Wendepunkt.

Von Valentino kannte ich das Gefühl von Geschmeidigkeit, Rittigkeit und Balance. Das andere Pony war etwas strammer und weniger geschmeidig. Mich beschäftigte die Frage: Warum war das so? Klar, vieles ist Veranlagung, aber welchen Anteil hatte ich als Reiterin daran?

Ich begann mein eigenes Reiten noch genauer zu hinterfragen. In der täglichen Arbeit probierte ich aus, fühlte und beobachtete. Was verändert sich im Pferd, wenn ich etwas in meinem Körper verändere? Wann wird eine Bewegung leichter und ausbalancierter? Was hindert sie vielleicht?

Jedes weitere Pony gab mir neue Antworten und stellte neue Fragen. Ich lernte aus Fehlern genauso wie aus Verbesserungen und entwickelte ein immer genaueres Gefühl dafür, wie unmittelbar der eigene Körper die Bewegung des Pferdes beeinflusst. Ganz klar wurde mir: wenn ich den Körper eines Ponys/ Pferdes konrollieren will, muss ich meinen eigenen Körper kennen und kontrollieren können. Und zwar in jedem Tritt in jeder Phase der Bewegung.

Gold mit BKS Coolio (2016)

Mit Coolio fügte sich vieles zusammen. Mir wurde immer deutlicher, dass gutes Reiten aus der Summe vieler kleiner Dinge entsteht: akkurates Leichttraben, unterschiedliche Techniken des Treibens, Balance in jeder Phase der Bewegung und Paraden, die kaum mehr als eine gezielte Veränderung der eigenen Muskelspannung brauchen und nicht zuletzt Geduld. Coolio war sehr „bodenglotzig“ und eine Treckerspur auf frisch geschlepptem Boden war der Höllenschlund. Also übten wir bis er mir vertraute – erst an der Hand, dann unter dem Sattel.

Dancing Daylight (2017)

Sie war leicht im Genick. Die Aufgabe bestand darin, sie in der Anlehnung zu stabilisieren, ohne diese über die Hand herzustellen – die Verbindung musste aus Balance, Tragkraft und einer sicheren Reaktion auf die treibenden Hilfen entstehen..

Golden Princess (2018)

Sie war ein Energiebündel mit mindestens zehn Antennen mehr als ihre Artgenossen. Mit einem gewaltigen Schritt und einem energischen Trab brachte sie viel Qualität mit – gleichzeitig fiel es ihr schwer, wirklich loszulassen und sich zu entspannen. Besonders im Galopp zeigte sich, wie viel Zeit, Ruhe und Vertrauen ihre Ausbildung brauchte.

Deshalb entschied ich mich, sie in der Zucht einzusetzen. Den Trubel des Turnierzirkus wollte ich ihr nicht zumuten. Ihre Qualität hat sie ihren Nachkommen mitgegeben – ihre feinen Antennen zum Glück nur im positiven Sinne. Sie sind deutlich gelassener und begegnen ihrer Umwelt mit mehr Ruhe und Vertrauen.

Insgesamt vier Siege, davon drei hintereinander mit drei sehr unterschiedlichen Ponys haben mir bestätigt, wie sehr gute Ausbildung die vorhandenen Möglichkeiten eines Ponys zur Entfaltung bringen kann. Jedes hatte andere Stärken und Schwächen und stellte mich als Ausbilderin vor andere Herausforderungen. Entscheidend war deshalb nicht ein Erfolgsrezept, sondern zu verstehen und zu fühlen, was das einzelne Pferd brauchte und mein Reiten immer wieder darauf abstimmen zu können.

Galerie Championat

Erfolge

4 Bundeschampions
2 Vize- Bundeschampions
1 Bronze Medaille

weitere Platzierungen im Finale mit Reitponys und Pferden auf dem Bundeschampionat

3 Landeschampions

zahlreiche Platzierungen und Siege in Jungpferde- Prüfungen bis Kl. L mit Reitponys und Pferden, sowie Erfolge in der Dressur bis Kl. S

Auszeichnungen

2016 und 2017 Auszeichnung mit dem Tierschutzpreis des BMEL im Rahmen der Bundeschampionate

2018 erhielt meine Tochter mit Schelenburg’s Mr. Lou diesen Preis für ihre vorbildliche Arbeit auf dem Vorbereitungsviereck.

Zucht

„Lissy“ Valentinos Schwester

Persönliches

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